Hohenlohe bekommt die Kurtaxe

Das jahrelange Tauziehen des Hohenloher Gemeinderats mit der Staatsregierung um die Verleihung des Prädikats „Trinkkurort“ scheint ein Ende zu haben. In einem feierlichen Akt möchte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege der Gemeinde Hohenlohe den lang ersehnten Titel als „Born der Bayerischen Seele auf dem Gebiet der Trinkkultur“ erteilen. Was in der Nachkriegszeit als wahnwitziger Vorstoß des bereits verstorbenen Gemeinderatmitglieds Ziegler Friedhelm (CSU) begann, könnte nun im kommunalpolitischen Olymp enden und Sinnbild seiner Schaffenskraft in unserer Gemeinde werden. Wenige Tage vor dem Verleihungsakt werden jedoch Stimmen laut, die dieses Großereignis in seiner ganzen Wirkungskraft vereiteln wollen. Der OA ist gewillt seiner Leserschaft alle Facetten dieser drohenden Posse in gewohnt kritischer Würdigung darzustellen.

Selbst Günther Beckstein erzählte dem Oberpfalz Anzeiger kürzlich nach zwei Maß Bier, dass er die Bestrebungen des Hohenlohener Gemeinderats hinsichtlich der Biertaxe unterstüzt.
Selbst Günther Beckstein erzählte dem Oberpfalz Anzeiger kürzlich nach zwei Maß Bier, dass er die Bestrebungen des Hohenlohener Gemeinderats hinsichtlich der Biertaxe unterstüzt.

Jenseits der Oberpfälzer Grenzen wird Hohenlohe wegen seiner Wasserqualität beneidet und geschätzt. Entgegen der Entwicklung des nahe gelegenen Schwandorfer Seenlands, das nach Beendigung des Kohleabbaus im vergangenen Jahrhundert entstand, kann Hohenlohe seit seiner Gründung auf ein natürliches Wasserreservoir zurückblicken. Wegen der Güte des dort vorhandenen Felsquellwassers, was noch heute in den Vorprogrammen des Hohenloher Kinos eindrucksvoll beworben wird erwarb Hohenlohe bereits früh eine Braugerechtigkeit. Diese historischen Aspekte führte auch seiner Zeit Ziegler Friedhelm ins Feld, als er im Jahre 1968 nach einer Maiandacht in der St. Blasius Kapelle das Wort ergriff und die dort versammelte Menschenmasse mobilisierte. Diese Rede ging als die sog. Blasi-Schwadronade in die Hohenloher Geschichtsbücher ein. „ Dass so eine Inbrunst von einem Menschen ausgeht spürte ich nur noch selten in meinem Leben. Vielleicht noch bei der WM `90 von Matthäus“, so ein damaliger Augenzeuge.
Die nur zu Teilen geschwärzten Protokolle der Gemeinderatssitzungen der Jahre 1968-1971, die dem OA vorliegen, zeigen insbesondere die Motive Zieglers und seiner Getreuen (alle CSU). Diese verfolgten das Ziel durch eine Kurtaxe Gelder in die klammen Kassen der Kommune zu spülen. So wurde beispielsweise in der Gemeinderatssitzung am 20.07.1970 durch den Protokollführer vermerkt: „ Seit jeher trinken wir Bier. Bier ist ein religiöses Gut, das unsere Mönche geschaffen haben. Diese kulturelle Verantwortung müssen wir uns durch die Ernennung zum Trinkkurort verbriefen lassen. Mit der Kurtaxe schröpfen wir dann die Touristen.“. Nur der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass im Anschluss Symbolpolitik betrieben und eine Resolution gegen Vaterlandsverräter verabschiedet wurde. Diese Retrospektive in das damalige Gemeindeleben Hohenlohes ermöglicht einen freien Blick auf die verfolgten Absichten der verantwortlichen Gemeindevertreter. Was im Mittelalter der Reliquienhandel war, ist nun die Kurtaxe – Wirtschaftliches Rückgrat einer ganzen Gemeinde.

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The Upper-Palatinate-Hole

Das Smartphone gehört mittlerweile zum besten und treuesten Begleiter der Deutschen. In der Oberpfalz haben es aber Hersteller der kleinen Technikwunder extrem schwer. Die Umsätze sind teilweise um bis zu 70% geringer als im Rest Deutschlands. Selbst in den strukturschwächsten Gegenden der Bundesrepublik (Zone) besitzen die Befragten einer repräsentativen Studie 50% mehr Smartphones als in der Oberpfalz. Woher kommt dieses, von Experten der Mobilfunkindustrie bereits als "Upper-Palatinate-Hole" betitelte und regional doch sehr gut abgrenzbare Umsatzloch? Der Oberpfalz Anzeiger auf Spurensuche.

Valtentin Sackl, Schweinezüchter und Biogasanlagenbetreiber, 55 Jahre alt, Tech-Savvy aus Neukirchen bei Su.-Ro., zeigt uns seine Werkstatt. Man merkt dem Familienvater an, dass er technikbegeistert ist: Sein Maschinenpark würde für die meisten Tischler- und Elektroinstallateursbetriebe vollkommen ausreichend sein. Doch beim Handwerken hört seine Leidenschaft für elektrisch betriebene Gimmicks nicht auf. Auch im Haushalt und im Wohnzimmer verlässt sich Sackl auf die Technik. Morgens wird die Kaffeemaschine per Fernsteuerung neben dem Bett zum Leben erweckt, seine Jalousien steuert er bequem per Knopfdruck aus dem Auto und auf dem Rasen im Garten dreht ein Mähroboter einsam seine Kreise.

Auf einmal ertönt ein altbekannter Ton aus Sackls Hose. Es ist die monophone Variante von Beethovens Klavierklassiker "Für Elise". Sackl greift in seine Tasche und zieht ein Nokia 3310 heraus. Verdutzt schauen wir drein. Ein Early-Adpoter wie der 55-jährige, der, wenn es denn gehen würde, am liebsten auch noch seine Klobürste per Joystick steuern würde, besitzt ein Mobiltelefon mit Tasten für die Zahlen? Ernsthaft?

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Jack Unzengruber stellt neuen Roman "Fifty Shades of Hay" vor

Über zwei Jahrzehnte war er in der schöpferischen Versenkung verschwunden, doch nun gibt es endlich wieder frischen Lesestoff vom Hohenloher Literaturpapst Jack Unzengruber. Der Vorsitzende des Kunstvereins Hohenlohe stellte am Montag seinen neuen Roman „Fifty Shades of Hay“ vor. Als besonderes Amuse-Gueule gab der Schriftsteller höchstselbst beim Vorstellungstermin im Gasthaus Ziegler ein paar seiner Zeilen zum Besten. Der Oberpfalz Anzeiger war bei der deutlich zu klein angelegten Pressekonferenz dabei und berichtet.

Das Cover zum Buch wurde von Tausendsassa Unzengruber selbst gestaltet. Erhältlich ab sofort beim Jürgen-Ziegler-Verlag für 19,99 € (UVP).
Das Cover zum Buch wurde von Tausendsassa Unzengruber selbst gestaltet. Erhältlich ab sofort beim Jürgen-Ziegler-Verlag für 19,99 € (UVP).

„Schweißperlen liefen zäh an seinem gestählten Leib hinunter. Sein braungebrannter Oberkörper war entblößt und man konnte die rohen Muskelberge, welche im gleißenden Licht der MIttagssonne glänzten, bewundern. Man sah seiner Gestalt an, dass er seinen Körper über die vielen Jahre hinweg einfach nur benutzt hatte. Er nahm den harten Schaft, der vom Schweiß seiner kräftigen Hände schon ganz feucht war, und rammte ihn mit einem heftigen Stoß hinein. Tief. Tiefer. Nun war er bis zum Anschlag drin. Sanft wippte er mit den Füßen, bis ihn der Moment ergriff. Er konnte quasi beobachten, wie sich der Höhepunkt unaufhaltsam anbahnte. „Ah - etz!“ fuhr es durch seinen Kopf. Mit einer gladiatorischen Hebelbewegung hievte er den Heuballen auf den Anhänger. Ekstase pur.“

 

Der Kenner weiß: das kann nur Unzengruber sein. Diese Sprache, diese Lyrik, diese Poesie. Der lang erwartete Erguss aus der viel zu lange schweigenden Feder des Jack Unzengruber, lässt die Oberpfälzer Literaturszene jauchzen. Im Jürgen-Ziegler-Verlag erscheint am Wochenende also endlich sein neues Werk „Fifty Shades of Hay“. Laut Unzengruber ein Schlüsselroman.

Der Plot ist - wie man es von Unzengruber kennt - schlicht. Der junge Knecht Jonathan verliebt sich in Maria, die Tochter des angesehenen Bauern Schinter Ludwig. Dem Landwirt ist der preußische Hilfsarbeiter allerdings ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln versucht er die sich anbahnende Liebe zu sabotieren und geht dabei bis zum Äußersten. Gerade in dieser radikal unzengruberesken Einfachheit wird dem Leser die ganze Dramatik der Situation besonders bewusst. Kann es diese Liebe, die es nicht geben darf, denn wirklich einfach nicht geben? Oder siegt die Leidenschaft ein weiteres Mal auf dem Schlachtfeld der Literatur über gesellschaftliche Zwänge?  Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

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Brauwissenschaftler entschlüsseln Kopfweh-Formel

Aufatmen an den Stammtischen im Regierungsbezirk. Wissenschaftler des Bleißkirchener Forschungsinstituts für Brau- und Brennkunst haben die Formel für Kopfweh-Biere entschlüsselt. Einbußen befürchten nun vor allem die großen Arzneimittelhersteller.

Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler
Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler

Die jahrelange Arbeit hat sich ausgezahlt. Ein Forschungsteam des Instituts für Brau- und Brennkunst in Bleißkirchen hat endlich eine Antwort auf die Frage „Was macht ein Kopfweh-Bier aus?“ gefunden. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn laut Forschungsleiter Dr. Karl-Heinz Krug weisen die betroffenen Produkte allesamt eine bestimmte Zusammensetzung von sogenannten Dimpflstoffen auf. Diesen wird nachgesagt, dass sie beim Menschen nach dem Konsum stechende bis dröhnende Kopfschmerzen hervorrufen. Damit hat Krugs Team eine Lösung zur Heilung eines der größten Volksleiden gefunden. Über viele Jahre hinweg hatte die Forschergruppe zahlreiche Bierrezepte analysiert und führte in regelmäßigen Abständen komplizierte Selbstversuche durch. „Eine liebe Zeit, trotz der Vorkommnisse. Menschlich halt.“ So beschreibt Krug die Teamchemie während der Studie mit einem Grinsen im Gesicht.

Jedoch stehen die Ergebnisse der Bleißkirchener unter strengster Geheimhaltung. Auf Anweisung der Regierung Bayerns sollen nun die betroffenen Biere verschiedener Brauereien in ihrer Rezeptur überarbeitet und damit kopfwehfrei gemacht werden. Dies geschieht allerdings nur auf dem Gebiet des Freistaates Bayern. Brauereien jenseits der bayerischen Landesgrenzen werden nicht von der Entdeckung Krugs profitieren können. Damit verschafft sich das Bayerische Bier auf dem nationalen und globalen Markt eine optimale Ausgangslage.

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Weil der Mensch ein Mensch ist

Ohne Arbeit ist der Mensch ein niemand. Damit aus dem niemand ein jemand wird, empfiehlt das Hohenloher Jobcenter fürderhin den Gang zu einer Randpartei. „Die Opposition ist tot, es lebe die Randpartei“, steht auf den neugedruckten Prospekten der Agentur für Arbeit. Nächste Woche sollen sie an den Mann gebracht werden. Der Oberpfalz-Anzeiger wollte diesen Husarenritt vorab näher beleuchten und traf sich deswegen mit dem Geschäftsführer des Hohenloher Jobcenters, Griebinger Xaver, im Foyer des Golfclubs Bavaria Weiß-Blau. Ein Kamingespräch.

Griebingers Vision 2020: Die ideale pluralistische und demokratische Gesellschaft
Griebingers Vision 2020: Die ideale pluralistische und demokratische Gesellschaft

Die ostbayerische Peripherie fristet ein stiefmütterliches Dasein ab. Doch die neueste Arbeitsmarktkampagne versucht Hohenlohe aus diesem Dornröschenschlaf wachzuküssen. „I sig mi in da Pflaychd de Bediaftign  z’fördern und z’foadern.“, sprudelt es aus Griebinger heraus. Dieses Mammutprojekt möchte er Hand in Hand mit den Randparteien angehen. Die „Randpartei“ ist in der Fibel des bayerischen Ministeriums für Verbraucherschutz als derjenige Bestandteil der demokratischen Grundordnung beschrieben, der kein „C“ im Parteikürzel trägt. Es fällt einem nun wie Schuppen von den Augen. Dieser Gesprächspartner hat es sich auf die Fahne geschrieben, einen völlig neuen und auch kompromisslosen Weg einzuschlagen. „I bin niad blauäugig.“, setzt Griebinger seine Gedanken fort. Diese beruhen auf einer jahrelangen Beobachtung des kommunalpolitischen Lebens in Hohenlohe. Als Geschäftsführer eines Jobcenters ist er ein Mann der klaren Worte. Die konjunkturelle Antriebsfeder der Randparteien muss nur richtig justiert werden. Griebinger fühlt sich verpflichtet der hohen Fluktuation den Kampf anzusagen „Day karnickln voa si hi owa han z' blayd zum nistn. Und dou setzn mia o.“, veranschaulicht der Jobcenterchef seine Ausführungen. Dabei stellt er der Führungsetage der einzelnen Randparteien ein schlechtes Zeugnis aus. Viele Emporkömmlinge haben nur noch den persönlichen Erfolg im Auge und verschwinden bei dem geringsten politischen Gegenwind bereits wieder in der Versenkung. „Oan richtign Watschenmann, der dou an da Front stayd“, schreitet Griebinger voran „gibt‘s goanimma.“ Aus kommunalpolitischer Sicht ist die Randpartei der kranke Mann Bayerns.

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Angst vor Anschlägen: Zweiter POGIDA Marsch in Hohenlohe abgesagt

In ganz Deutschland dominierte am vergangenen Montag die Angst vor dem Terror. Aus Furcht vor islamistisch motivierten Attentaten sahen sich letztlich auch die Patriotischen Oberpfälzer Gegen die Islamisierung des Abendlandes (POGIDA) gezwungen, ihren zweiten Abendspaziergang in Hohenlohe am Montagabend kurzfristig abzusagen.   

Daheim ist's doch am schönsten: Im Angesicht des Terrors zogen sich die Anhänger der POGIDA ins Gasthaus Ziegler zurück.
Daheim ist's doch am schönsten: Im Angesicht des Terrors zogen sich die Anhänger der POGIDA ins Gasthaus Ziegler zurück.

Man wolle die ohnehin schon genug besorgten Bürger unter keinen Umständen einer solchen Gefahr aussetzen, berichtet uns Mitinitiator Anton Ziegler mit ernster Miene und ergänzt: „assadem woas in da Stubn grod so gmaytlich.“
Dort, wo der Wirt letzte Woche noch die hungrigen Spaziergänger nach dem kräftezehrenden Marsch mit gratis Bratwürsten verpflegte, verschanzte man sich also schon am frühen Abend und erörterte unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen die weitere Vorgehensweise. Die Tür zum Bräustüberl wurde von innen verschlossen - hinein gelangte man nur durch ein intern vereinbartes Klopfzeichen.

 

Gemeinderat Heribert Leingschwendtner (CSU) bestätigte nach Verlassen des abgeschirmten Gasthauses, dass man sich in einer extra anberaumten außerordentlichen Sondersitzung am Nachmittag im Rathaus bewusst gegen den Weg der Stadt Dresden entschieden hatte und das Versammlungsrecht keineswegs einschränken wollte: „In der Zone kann man solche Spirenzchen vielleicht einfach so machen, aber bei uns im Freistaat fangen wir mit sowas gar nicht erst an!“ erklärt uns Leingschwendtner und besinnt sich auf traditionelle Werte: „Wo kommen wir denn hin, wenn man in Bayern nicht mehr gegen die Ausländer und des ganze Gschwerl hetzen darf, wann und wo man möchte?“ sagt er mit zitternder Stimme und klammert sich an seinen Rosenkranz.

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Oberpfalz obercool

Mit einer neuen Geschäftsidee startet ein Start-Up-Unternehmen aus Holzheiferl 

vorm Wald richtig durch. Die drei Brüder Wolfram, Dennis und Pierre Wammerl 

sind überzeugt, dass es die Oberpfalz wieder auf den touristischen Olymp bringen 

kann.

Als Elvis (re.) 1958 für ein Manöver der US-Army kurzzeitig in Grafenwöhr stationiert war, war die Oberpfalz so sexy wie nie. An diese Zeit möchten die Brüder Wammerl gerne wieder anknüpfen.
Als Elvis (re.) 1958 für ein Manöver der US-Army kurzzeitig in Grafenwöhr stationiert war, war die Oberpfalz so sexy wie nie. An diese Zeit möchten die Brüder Wammerl gerne wieder anknüpfen.

In Zeiten der Urbanisierung und der Hektik der Großstädte sucht der ein oder andere oft sein Heil in der Flucht aufs Land. Hier ticken die Uhren noch anders. Hier kann man sich einfach wieder auf die eigene Person besinnen. Auf diesen Zug sind nun drei Brüder aus einer kleinen Gemeinde in der Nähe vom Mendorferbuch aufgesprungen. Die Wammerls haben den Trend schnell erkannt und sich auf Besucher aus Groß- und Mittelstädten spezialisiert. „Des homma mir glei d‘kennt, dass dou a Potential drinnad steckt. Minga, Berlin, Hamburg – bracht koa Mensch. Dou herunt zu uns, dou wollns etzad hi. Nierd zu de Westpreißn aaf Köln“, erklärt der älteste der drei Wammerl-Brüder, Wolfram.

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So schön ist also die Oberpfalz - eine Filmbesprechung

Die Filmreihe „Schöne Oberpfalz“ des (Ober-)Bayerischen Rundfunks wird im Netz kontrovers diskutiert. In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Leserbriefe und auch Bitten, dieses Thema als Sprachrohr einer ganzen Bevölkerungsgruppe mit dem nötigen Ernst zu behandeln. Nach eingehender Sichtung des Bildmaterials zieht unser Leiter Ressort Film, Jerome Leutmooser, ein Fazit.

Alter Briefkasten (Standbild)
Alter Briefkasten (Standbild)

Im Grunde bin ich ja begeisterter Radlfahrer. Und gerade deswegen ist es wirklich schade, dass ich gerade an diesem Tag zufällig nicht auf dem Vistalfahrradweg unterwegs war. Denn vielleicht hätte ich dann (Regisseur) Dr. Michael Zehetmair bei den Dreharbeiten am Radlbahnhof in Theuern angetroffen. Ich hätte ihn beglückwünscht und ihm gesagt, wie sehr es mich freut, dass jemand mal einen anständigen Film über die Oberpfalz macht. Dann hätte er womöglich gelacht und ich wäre weitergefahren. Wenig später hätte ich mir dann voller Vorfreude den ersten Teil der Filmreihe „Schöne Oberpfalz“ im dritten Programm angesehen und mich schwarz geärgert, dass ich dem Sohn unseres ehemaligen Staatsministers, stellv. Ministerpräsidenten, und nicht zuletzt passionierten Schwulenfeindes ("Randbereich der Entartung") Johann Baptist Zehetmair (CSU) – und da lasse ich doch gern mal den stereotypen Oberpfälzer in mir von der Leine – keine „gscheide Fotzn“ aufgestrichen habe.

Wie sonst könnte man auf diese fünfundvierzig quälende Minuten andauernde Erniedrigung reagieren? Höchstens noch mit Unverständnis. Bei der vierteiligen Serie stimmt einfach deutlich zu wenig. Die Divergenz von Titel und gezeigtem Inhalt ist grotesk. Um diese aufzulösen, bieten sich im Prinzip zwei Möglichkeiten an:

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Kristall statt Crystal

Die Szenedroge Crystal Meth erfreut sich auch in unserer Region erschreckender Beliebtheit und schickt unseren Nachwuchs dabei zusehends vor die Hunde. Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres hat sich die Schlossbrauerei Groum den guten Vorsatz genommen, diesem Verfall der Oberpfälzer Jugend  nicht länger tatenlos zuzusehen.

Man frisst ja auch nicht, wo man scheißt: führende Methproduzenten greifen lieber zum Feierabendbier
Man frisst ja auch nicht, wo man scheißt: führende Methproduzenten greifen lieber zum Feierabendbier

Dem Groumer Brauereichef Ludwig Saudinger bereitet die Thematik schon seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen. Er sieht die Freizeitgestaltung der jungen Generation kritisch und vermisst traditionelle Werte: „I hob ja die Leid gseng. Laffa umanand way die letztn Gratler, redn an gscheidn Scheißdreeg und mocha Radau. Wo bleibt na dou die Gmiatlichkeit?“ Seine Brauereistubn – einst ein Ort behaglicher Geselligkeit – bleibt heute immer öfter leer.

Vor allem aus der ehemaligen Tschechei gelangt das Gift in Form von weißem Pulver zu uns. Es ist extrem billig, die Rauschwirkung ist heftig, hält lange an und es macht fast so schnell abhängig wie Kokain. Vor allem die schnelle Anbindung durch die A6 spielt den - wahrscheinlich nicht durch den TÜV abgenommenen - Drogenlaboren (Meth-Küchen) im Nachbarland in die Karten. Saudinger warnt vor den Folgen, die eine weitere Flut dieser Droge für unser Heimatland haben könnte.

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Mindestlohn essen Kinder auf

Groß war der Aufschrei in Hohenlohe und Umgebung. In einer Nacht-und Nebelaktion wurde der

Mindestlohn von subversiven Kräften in Gesetz gegossen - die Geburtsstunde einer neuen

Dolchstoßlegende. Mit Bedacht schlich sich diese rote Bagage von hinten an und meuchelte

prosperierende Unternehmen auf dem Felde der Weltwirtschaft. Die branchenübergreifenden

Interessenvertreter des Mittelstandes zeigen sich ob des politischen Wendemanövers ihrer geliebten

CSU irritiert. Hinter vorgehaltener Hand fragt man sich schon, ob diese „Hanskaspern“ in Berlin nicht

Beihilfe zum Mord leisten. Wie so oft hat der Oberpfalz Anzeiger den Finger am Puls unserer

Gesellschaft und fühlt nach. Tatort Hohenlohe.

Ein buckeliger Kommunist bestiehlt hinterfotzig einen hart arbeitenden Unternehmer. Historische Darstellung aus dem 16. Jh. von Pieter Brügel d.Ä.
Ein buckeliger Kommunist bestiehlt hinterfotzig einen hart arbeitenden Unternehmer. Historische Darstellung aus dem 16. Jh. von Pieter Brügel d.Ä.

 „Schon seit Urzeiten setzt die bayerische Bevölkerung ihr Kreuz an der richtigen Stelle, zahlt fleißig Steuern und gedenkt stets des viel zu früh verstorbenen F.J. Strauß.“, heißt es im aktuellen Pfarrbrief der Gemeinde St. Aloisius zu Hohenlohe. Fehlende Mitgliedsbeiträge wegen der Kirchenaustritte stehen nun einem Kostenanstieg durch den Mindestlohn gegenüber. Um der betriebswirtschaftlichen Schieflage Herr zu werden, soll bereits ab Februar für den Kirchenbesuch Eintritt verlangt werden. 

Der stetige Geldfluss durch den Klingelbeutel soll mit Predigten aus der eschatologischen Rede Jesu aufrechterhalten werden. (Alternativ durch das Evergreen: die Offenbarung des Johannes) So schmerzhaft die Erfahrungen für die kleine Gemeinde in Hohenlohe auch sind, die große Tragödie spielt sich auf der Weltbühne ab. Die Trennung von Staat und Kirche ist in Bayern und damit auch Deutschland unvorstellbar. Sie sitzen gemeinsam in einem Boot und steuern gegenwärtig auf unruhiger See. Kirchliche Würdenträger fragen sich seit Jahresbeginn, warum die Forderung des Papstes nach einer armen Kirche mit dem Mindestlohn durchgesetzt werden muss. „Irgendwann a mal hom day roudn Sauhund a nu beim Angelusleitn ihre Wurstfinger im Spüll!“, fasst Mesner Hochgesang die Angelegenheit zusammen.

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So geht man also heute auf die Straße

Unser Gerichtszeichner Bernhard Schrammlbauer hat auf der Basis von Augenzeugenberichten ein Phantombild des durchschnittlichen POGIDA-Anhängers erstellt - Abb. ähnlich, Döner optional
Unser Gerichtszeichner Bernhard Schrammlbauer hat auf der Basis von Augenzeugenberichten ein Phantombild des durchschnittlichen POGIDA-Anhängers erstellt - Abb. ähnlich, Döner optional
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Baugenehmigung erteilt: Kramersdorfer Moschee erhält neues Minarett

Lange haderte man im Gemeinderat mit dem Vorschlag, doch jetzt wurde grünes Licht gegeben. Die Moschee in Kramersdorf erhält ein Minarett. Die Ausschreibung zur Verwirklichung des ungewöhnlichen Projekts gewann das Architektenbüro Schmidtbauer&Schmidtbauer.

Die zündende Idee hatten sie allerdings in der Kantine: die Gebrüder Schmidtbauer bei der Arbeit
Die zündende Idee hatten sie allerdings in der Kantine: die Gebrüder Schmidtbauer bei der Arbeit

  „I woid einfach blous nu Ham“, war eine der ersten Stimmen nach der 14-stündigen Sitzung im Kramersdorfer Gemeinderat am vergangenen Dienstag. Die Sitzungsmitglieder haben damit eine monatelange Prozedur des Debattierens zu Ende gebracht. Die für Oberpfälzer Verhältnisse mit 20 Personen große muslimische Gemeinde in Kramersdorf wollte endlich ein Wahrzeichen ihrer Religion im Ort ihr Eigen nennen dürfen. Diesem Wunsch beugten sich nun Kreisheimatpfleger Stieglmayer Konrad (CSU) und Gemeinderatsvorsitzender sowie Vorstand im Kramersdorfer Kirwaverein Mutzbauer Stefan (CSU). Jedoch wurden im Zusammenhang mit dem Bau gewisse Auflagen in den Vertrag aufgenommen. 

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Erster Marsch der POGIDA in Hohenlohe

Seit mittlerweile einigen Wochen ist der Montagabend in fester Hand der pflichtbewussten Deutschen. Um 18:30 Uhr, gleich nach „Die Geißens – eine schreckliche glamouröse Familie“, trifft sich der zu Recht besorgte Bildungsbürger mit seinen Kameraden zum Spaziergang durch unsere schönen mittelalterlichen Altstädte. 

Auf die Spaziergänger warteten gratis Bratwürste vom Gasthaus Ziegler
Auf die Spaziergänger warteten gratis Bratwürste vom Gasthaus Ziegler

Nach dem Vorbild der Pioniere von PEGIDA in Dresden und Filialspaziergängern in vielen anderen deutschen Städten, versammelten sich diesen Montag nun zum ersten mal die Patriotischen Oberpfälzer Gegen die Islamisierung Des Abendlandes (POGIDA) auf dem Marktplatz in Hohenlohe, um von dort aus in Richtung Kirchplatz zu marschieren.

Wir vom Oberpfalz Anzeiger waren dabei, um die allgemeine Stimmung einzufangen, aber auch einzelne Stimmen zu sammeln. Da man sich innerhalb der Bewegung mehr oder weniger einig ist, dass es sich bei den Deutschen um „EIN Volk“ handle, das zusammen ein „WIR“ sein sollte, haben wir uns bemüht, die O-Töne aus Rücksicht auf unsere überregionale Leserschaft in weiten Teilen ins Deutsche zu überführen.

Es folgen einige Wortbeiträge der Teilnehmer:

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An einem Sonntag in Paris

Paris wäre ein Traum, haben sie gesagt. Die Stadt sprühe nur so vor urbanem Flair und gefühlsseliger Atmosphäre, haben sie gesagt. Doch der Besuch in der französischen Hauptstadt wurde für ein Ehepaar aus der Oberpfalz zu einem grotesken Reinfall.

Der Schein trügt: eigentlich gibt es viel mehr Menschen in Paris.
Der Schein trügt: eigentlich gibt es viel mehr Menschen in Paris.

Am gestrigen Sonntag wollte Jean-Claude Geißinger in Paris lediglich mit seiner extra übers Wochenende angereisten Frau Sabine den Abschluss seiner sechswöchigen Montage in Nordfrankreich feiern. Doch was die beiden in der Stadt der Liebe erwartete, war alles andere als feierlich. „Mia wolltn praktisch bloß an Kaffee dringa gay. Amoi zum Eiffelturm iwe spoziern, a Selfie mocha, wahrscheins den Lufre a weng oschaua“, erzählt uns der Mechatroniker ratlos. Doch im Stadtkern war kein Durchkommen. Menschenmassen strömten in Richtung Zentrum, legten den Verkehr lahm und selbst per pedes war ein Fortschritt quasi unmöglich.

„I woaß niad, wos dou los woar. Mia hamma uns jo a niad verständigen kenna. Vo dene Franzosn redt ja a fast koana englisch. Und nachad verstayst es eh niad. Wahrscheins hats a Freibier gem. Oda Freifroschschenkel“, grunzt Geißinger.

Der - eigentlich als romantischer Städtetrip geplante - Kurzbesuch in der französischen Hauptstadt war für die Geißingers dadurch leider eine herbe Enttäuschung. Geknickt reisten die beiden noch am selben Abend wieder ab.

„Na, dou kumma nimma hi. Am Sunntoch setz ma uns way jede Woch zum Luitschi nei und no saffma unsern Kaputschino gmiatlich mit Leyd, day wou uns a verstenga,“ versichert uns der aufgewühlte Hohenloher.

Die Erlebnisse des vergangenen Tages möchte er am liebsten einfach nur vergessen.

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Quo vadis, SpVgg Hohenlohe?

Der kleine Verein zwischen Mendorferbuch und Taubenbach sorgt derzeit für Aufsehen. Nach einer erfolgreichen Hinrunde steht die Spielvereinigung Hohenlohe als Aufsteiger an der Tabellenspitze der A-Klasse Süd 4. Die Verantwortlichen haben alle Hände voll zu tun auf die Euphoriebremse zu treten.

Die Spielvereinigung Hohenlohe am Scheideweg.
Die Spielvereinigung Hohenlohe am Scheideweg.

„Eine solide Basis ist die beste Grundlage für ein starkes Fundament!“ -  mit diesen Worten schloss Ziegler Jürgen, seines Zeichens Vorstand der SpVgg Hohenlohe, die diesjährige Jahreshauptversammlung des kleinsten Fußballclubs des Landkreises. Eine Nachhaltige Entwicklung sei von Nöten, um das rapide Wachstum der letzten Jahre in eine stabile Phase überzuleiten. Alle Verantwortlichen müssten jetzt noch einmal gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Hohenloher Dampfer in sichere Fahrwasser zu geleiten.

Vier Jahre ist es mittlerweile her, da der unaufhaltsame Aufstieg des Vereins begann. Damals entschlossen sich Rudolf Pfitzner und Dieter Meilinger, CEOs der Unternehmensberatung Pfitzner & Meilinger International Consulting, in den kleinen Dorfverein zu investieren. „Die Bedingungen schienen einfach optimal zu sein.“, so Rudolf Pfitzner, gebürtiger Niederloher, gegenüber dem Oberpfalz Anzeiger. Er war es, der in diesem Club, welcher damals zu den Schießbuden der B-Klasse gehörte, das einzigartige Potential sah: Der große, neu erbaute Sportpark, ein neu entstehendes Siedlungsgebiet in Niederlohe mit vielen Familien, eine motivierte Vorstandschaft.

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Trifft Blasius die Abrissbirne?

Die Entscheidung über das Schicksal der St. Blasius Kapelle in Unterlieberheim rückt in greifbare Nähe. Am Freitag wird sich der Stadtrat ein letztes Mal mit der Thematik auseinandersetzen und den Kasus schließlich zur Abstimmung bringen.

Ein Bild aus besseren Tagen: die Kapelle St. Blasius in Unterlieberheim
Ein Bild aus besseren Tagen: die Kapelle St. Blasius in Unterlieberheim

Der parteilose Oppositionelle Erwin Sugelgruber sieht sich gegen die neunköpfige CSU-Fraktion zwar in der personellen Unterzahl, möchte der Beseitigung dieses Unterlieberheimer Wahrzeichens aber nicht tatenlos zusehen. Um die Massen zu moblisieren, gründete er daher Anfang des Jahres die Initiative „Bürger für Blasi“ unter deren Flagge sich bereits vier Mitstreiter (Stand bei Redaktionsschluss) organisierten.

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Bumms „17 ausgewählte Märsche“ – eine musikalische Historie

Diese Woche erschien der erste Tonträger des Künstlers Walter Bumm. Darauf werden 17 Märsche verschiedener Komponisten aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik vorgestellt. Ein Teil der Einnahmen will Bumm für den Kampf gegen Mobbing spenden.

Cover des Albums „17 ausgewählte Märsche“ von Bumm
Cover des Albums „17 ausgewählte Märsche“ von Bumm

Auch das ist möglich: Ein pensionierter Schuldirektor eines Amberger Gymnasiums widmet seine gewonnene Zeit der Musik. Die Idee hinter seinem ersten Projekt besteht laut eigener Aussage darin, vergessene Märsche wieder populär zu machen. „Der Rhythmus der Lieder und ihr historischer Kontext sind dabei entscheidend“, so Bumm gegenüber dem OA. Denn ebenso wie beim Militär, steht und fällt auch eine Schulklasse mit ihrer Gruppendynamik. Eine zusammengeschweißte Truppe arbeitet und lernt gemeinsam, was in letzter Konsequenz zum Erfolg führt. Ein wichtiger Nebeneffekt dieses Zusammenhalts ist auch die Vermeidung Mitstreiter auszugrenzen oder im schlimmsten Fall zu mobben.

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Jeden zweiten und dritten Donnerstag geöffnet

Zwei Jahre Abstinenz, nun hat es wieder geöffnet: Das Heimatmuseum Hohenlohe unter der Leitung des Kurators Ziegelbauer Josef öffnet ab 15. Februar die Tore für das geneigte Publikum.

Mit großer Freude öffnet das Heimatmuseum Hohenlohe wieder seine Pforten und bietet dem beflissenen Besucher ein wahres Schmankerl. Nach langer Restaurierung kommt das Bidet der Elizabeth Rosanna Gilbert, besser bekannt als Lola Montez, wieder nach Hause an alte Wirkungsstätte und erstrahlt im neuen Glanz. Lola Montez benutzte es einst nach ihrer Flucht aus München, weil sie sich damit eine Linderung der Beschwerden durch Hämorrhoiden versprach. Über den gesundheitlichen Effekt sind keine Überlieferungen bekannt. Das Museum an der Gräfin-von-Landsfeld-Straße möchte dem erwarteten Besucheransturm entgegenwirken und öffnet nun jeden zweiten und dritten Donnerstag im Monat.

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Türke erteilt Asylbewerbern Deutschunterricht

... aber unser Bier saufen. Mit dem Koran ist es anscheinend nicht weit her.
... aber unser Bier saufen. Mit dem Koran ist es anscheinend nicht weit her.

Dieses Kunststück gelingt auch nur dem Mann aus der Ferne. Während er dem Staat Geld kostet und dem Müßiggang frönt, nimmt er uns auch noch die Arbeitsplätze weg. Doch damit nicht genug. Jetzt landet er den nächsten Coup und lehrt den Flüchtlingen auch noch unsere Sprache. Dieser doppelte Angriff auf unser aller Heiligstes - die Sprache - und das grundsätzliche Misstrauen gegen Fremdes geht durch Mark und Bein. Scheinheilig wie er ist, beruft er sich auch noch auf seine soziale Verantwortung gegenüber Schwächeren. In diesen schweren Stunden muss man Charakter zeigen und die Kernidentität Bayerns wahren.

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Drei im Weggla

Uli Hoeneß (li.) mit Würstchen: der Saubermann produziert die Leibspeiße der FCN-Anhänger.
Uli Hoeneß (li.) mit Würstchen: der Saubermann produziert die Leibspeiße der FCN-Anhänger.

In der heutigen Zeit darf man vieles miterleben. Da soll doch tatsächlich auf dem Altar des transatlantischen Freihandelsabkommens die Nürnberger Rostbratwurst geopfert werden. Dabei wurde doch erst vor einem Jahr extra ein Heimatministerium in Nürnberg eröffnet, um die bayerischen Gepflogenheiten zu pflegen. Muss das jetzt nach Kentucky umziehen? War der Umzug von Bonn nach Berlin nicht Strafe genug?
Für die Zukunft ist zu hoffen, dass Senf und Sauerkraut nicht so schnell verraten werden.

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Abitur, und jetzt? Ach, irgendwas mit Medien

Kevin Preischl geht es wie vielen Jugendlichen in seinem Alter. Der 19-jährige absolviert gerade sein Abitur an der FOS in Amberg. Ständig plagt ihn ein Gedanke: was mache ich nach dem Abitur? Studieren? Eine Ausbildung? Die Wege sind zahlreich, die Entscheidung schwierig.

Seit er 14 ist interessiere er sich für Computer, sagt Kevin Preischl beiläufig, und starrt wieder auf sein Smartphone. Das Interview mit dem 19 Jahre alten Hohenlohener gestaltet sich durchaus als schwierig. Der Bub lässt sich durch das Vibrieren seines Mobilfunkgeräts leichter ablenken, als ein Kirwabursch von einer Goaßhalben. Ob er sich denn oft Gedanken über seine Zukunft mache, fragen wir ihn. Er blickt kurz vom Tindern auf, schaut in die Sonne, blinzelt, und sagt dann: "Ja schon..."

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Unterreidlrieder Feuerwehr unter neuer Flagge

Am vergangenen Wochenende hat die Freiwillige Feuerwehr Unterreidlried ihre neue Feuerwehrfahne geweiht. Im Anschluss an den Gottesdienst, wurde das neue Wahrzeichen des Feuerwehrhauses feierlich an seinen Bestimmungsort gebracht. Dort hielt die freiwillige Feuerwehr schließlich noch eine Festivität zur Ehren dieses besonderen Tages ab.

Fahnenabordnung mit Rückseite der Feuerwehrfahne der FFW Unterreidlried.
Fahnenabordnung mit Rückseite der Feuerwehrfahne der FFW Unterreidlried.

Das Bayerische Wappen mit dem Oberpfälzer Löwen und dem Heiligen Florian auf Rot-Weißem Untergrund. So wurde das Muster des neuen Stolzes von Unterreidlried gewählt. Schon Wochen im Voraus haben sich Feuerwehrhauptmann Kraftbaum Günther und Pfarrer Gottlob über die Organisation dieses wichtigen Tages gekümmert. Denn dieses neue Banner ist neben seiner Funkti-on als prächtiger Repräsentant des prosperierenden Unterreidlried natürlich auch eine Kampfansage an den benachbarten Ort Oberreidlried. „Dey wern bleyd schaun, des kinnts ma glam“, bekräftigte Kraftbaum.

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Letzter Ureinwohner im Oberpfälzer Wald entdeckt

Waldarbeiter stießen in den vergangenen Tagen bei der Erschließung neuen waldwirtschaftlichen Geländes auf den wohl letzten Bayerischen Ureinwohner. Nachforschungen zeigten, dass es sich um einen vor 50 Jahren verschollenen Mann aus dem Kreis Amberg-Sulzbach handelte. Der Mann kehrte damals nicht von seinem Stammtischabend nach Hause zurück.

Teilnehmerfoto vor dem Wettkampf, unten links Freimlhuber Josef.
Teilnehmerfoto vor dem Wettkampf, unten links Freimlhuber Josef.

Ein ganz normaler Tag im Oberpfälzer Wald endete für eine Hand voll Waldarbeiter vor drei Tagen mit einer Sensation. Im Zuge der Vorarbeiten für die Bewirtschaftung von neuem forstwirtschaftlichem Grund, begegneten die Männer mitten im Wald einer unbekannten Person. Sein zerlumptes Aussehen und der übergroße Bartwuchs veranlassten sie umgehend die Polizei zu verständigen. Die beiden Beamten Meier und Kirschbauer von der Polizeidirektion Tieföd nahmen den verwirrten, aber körperlich fitten Greis zunächst in Gewahrsam. Der Mann klagte allerdings über Kopfschmerzen und leichte Übelkeit und wurde deshalb in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Die nach seiner Genesung durchgeführte Befragung der Polizei, sollte schließlich die Identität des Mannes klären.

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Syrischer Flüchtling bevorzugt Händlmaiersenf

Das klassisch-bayrische Vormittagsmenü eines Beamten der Landesbodenkreditanstalt.
Das klassisch-bayrische Vormittagsmenü eines Beamten der Landesbodenkreditanstalt.

Gestern noch im Auffanglager, heute frisst er uns schon die Weißwürste vom Teller. Tamer al Hawad, Flüchtling aus Syrien und Leidenschaft, verspeiste heute im Hofbräuhaus zwei Paar Weißwirscht. Dazu gabs - traditionell wie er eben ist, der Tamer - eine Brezn und Händlmaiersenf. Und da soll noch mal einer sagen, den Flüchtlingen gehts nicht gut bei uns. Im Gegenteil. Wenn man sich doch als Flüchtling einen Ort zum hinflüchten aussucht, dann käme sicher nur der Freistaat Bayern in Betracht (exklusive Franken).

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