Brauwissenschaftler entschlüsseln Kopfweh-Formel

Aufatmen an den Stammtischen im Regierungsbezirk. Wissenschaftler des Bleißkirchener Forschungsinstituts für Brau- und Brennkunst haben die Formel für Kopfweh-Biere entschlüsselt. Einbußen befürchten nun vor allem die großen Arzneimittelhersteller.

Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler
Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler

Die jahrelange Arbeit hat sich ausgezahlt. Ein Forschungsteam des Instituts für Brau- und Brennkunst in Bleißkirchen hat endlich eine Antwort auf die Frage „Was macht ein Kopfweh-Bier aus?“ gefunden. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn laut Forschungsleiter Dr. Karl-Heinz Krug weisen die betroffenen Produkte allesamt eine bestimmte Zusammensetzung von sogenannten Dimpflstoffen auf. Diesen wird nachgesagt, dass sie beim Menschen nach dem Konsum stechende bis dröhnende Kopfschmerzen hervorrufen. Damit hat Krugs Team eine Lösung zur Heilung eines der größten Volksleiden gefunden. Über viele Jahre hinweg hatte die Forschergruppe zahlreiche Bierrezepte analysiert und führte in regelmäßigen Abständen komplizierte Selbstversuche durch. „Eine liebe Zeit, trotz der Vorkommnisse. Menschlich halt.“ So beschreibt Krug die Teamchemie während der Studie mit einem Grinsen im Gesicht.

Jedoch stehen die Ergebnisse der Bleißkirchener unter strengster Geheimhaltung. Auf Anweisung der Regierung Bayerns sollen nun die betroffenen Biere verschiedener Brauereien in ihrer Rezeptur überarbeitet und damit kopfwehfrei gemacht werden. Dies geschieht allerdings nur auf dem Gebiet des Freistaates Bayern. Brauereien jenseits der bayerischen Landesgrenzen werden nicht von der Entdeckung Krugs profitieren können. Damit verschafft sich das Bayerische Bier auf dem nationalen und globalen Markt eine optimale Ausgangslage.

In erster Linie sind es die Stammtische und ihre Wirtshäuser, die jetzt aufatmen. Betroffene Lokalitäten, die jahrelang von Dimpflstoffen verunreinigtes Bier bezogen haben, können ihren Kunden nun wieder frische, schmerzfreie Biere ins Glas zapfen. Der regelmäßige Wirtshausgänger Erwin Zangerl erinnert sich noch gut:„Mei wos hom mir dou miedgmocht. Alle Woch hob i an drum Schädl aaf ghabt, wenn i vom Wirtshaus asse bin. Obwohl i nia vui drunga hob. Drei, vier Hoibe vielleicht a mal, aber nia mehr wey acht und dann seychtane Kopfscherzn. Aber etz gayts wieder auf, des derfts ma glam!“ Und das glauben vor allem die Wirte. Denn deren Bilanz dürfte sich jetzt schlagartig verbessern.

Auf der anderen Seite stehen die großen Hersteller von Arzneimitteln. Ihre Befürchtung ist, dass vor allem der Verkauf von Kopfschmerzmedikamenten jetzt einbrechen wird. Aber die Marketingabteilungen dieser Global Player haben bereits ein Ass im Ärmel: „Reparierbier“. Dieses Produkt soll sich vor allem die heilende Wirkung von Bier zu Nutzen machen und die Verluste des Verkaufs von Kopfschmerzmitteln kompensieren. Durch „Reparierbier“ sollen Krankheitsbilder wie Stress, Trübsal oder Schlafstörungen auf natürlicher Basis geheilt werden. Ein unbedenkliches Naturmittel also. Schlussendlich wird in der Oberpfalz mit Sicherheit jeder von den Ergebnissen dieser bahnbrechenden Forschung profitieren. Der Oberpfalz Anzeiger wünscht dazu ein Prosit der Gemütlichkeit!

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Kommentare: 3
  • #1

    Grantla Schosch (Samstag, 31 Januar 2015 17:42)

    Bier dad i ma abl eineschüttn.

  • #2

    Dipl. Sozialpädagogin Anke G. (Dienstag, 03 Februar 2015 09:57)

    Dem Forscherdrang und Aktionismus der Bayern sei größter Respekt gezollt, doch das wär doch auch mal eine Gelegenheit, mit dem Säuferklischee der ruppigen Oberpfälzer aufzuräumen. Ich selbst, Vollblutbayerin aus dem Ruhrgebiet (wohne seit stolzen 4,8 Jahren in BY) bin von berufswegen etwas skeptisch gegenüber den bekannten Exzessen wie Kirwa oder Kommunion und frag mich in meiner tragenden Rolle als Teil von euch (wenn auch dialektfrei), kann man nicht auch mal mit einem glas naturtrüben Bioapfelsaft Spaß haben.
    Immer mit einem offen Ohr, auch für die einfachen Leuten außerhalb der Großstädte, sage ich Ahoi und tschüssi

  • #3

    Schwoischädl Schorsch (Mittwoch, 11 Februar 2015 15:18)

    Genau,......Bioapfelsaft......!!!!!!
    ....dei Manna kosd da seiba sauffa.....