Abitur, und jetzt? Ach, irgendwas mit Medien

Kevin Preischl geht es wie vielen Jugendlichen in seinem Alter. Der 19-jährige absolviert gerade sein Abitur an der FOS in Amberg. Ständig plagt ihn ein Gedanke: was mache ich nach dem Abitur? Studieren? Eine Ausbildung? Die Wege sind zahlreich, die Entscheidung schwierig.

Seit er 14 ist interessiere er sich für Computer, sagt Kevin Preischl beiläufig, und starrt wieder auf sein Smartphone. Das Interview mit dem 19 Jahre alten Hohenlohener gestaltet sich durchaus als schwierig. Der Bub lässt sich durch das Vibrieren seines Mobilfunkgeräts leichter ablenken, als ein Kirwabursch von einer Goaßhalben. Ob er sich denn oft Gedanken über seine Zukunft mache, fragen wir ihn. Er blickt kurz vom Tindern auf, schaut in die Sonne, blinzelt, und sagt dann: "Ja schon..."

Er würde gerne "irgendwas mit Medien" studieren, am besten an einer Uni in Berlin oder Hamburg. Notfalls auch München. Erfahrungen im Medienbusiness hat Kevin bereits gesammelt. Während eines vierwöchigen Praktikums beim Oberpfalz Anzeiger hat er die Sonnen- und Schattenseiten des harten Geschäfts mit Medien kennengelernt: "Das Praktikum an sich war ganz cool, die Kollegen waren recht nett, und in der Cafeteria war das Essen immer warm. Und ich durfte am Computer arbeiten, was mir ja eigentlich schon liegt. Da habe ich dann auch das erste Mal Photoshop ausprobieren dürfen." Nach dem Praktikum war er angefixt. Seitdem verdient sich Kevin mit der Gestaltung von Flyern und Plakaten für Plattenpartys, Kirchweihn und sonstigen Veranstaltungen ein wenig Geld nebenher dazu.

Sein Talent möchte er jedoch an einer Hochschule wie der Universität der Künste in Berlin noch weiter herauskitzeln. Die Bedingungen beschreibt er für sich als optimal: Große Stadt, günstige Wohnungen, viele neue Leute, eine andere Sprache, gutes Essen. Allerdings wird höchstwahrscheinlich der niedrige NC (Numerus Clausus) an den präferierten Universitäten Kevin davon abhalten schlussendlich aus der Oberpfalz auszuwandern. Bundesländer mit leichterem Abitur schnappen nämlich den eigentlich besseren bayrischen Schülern die Studienplätze weg. Nicht nur Kevin, sondern auch seinen Vater, Josef Preischl, macht das wütend. "Ich verstehe das nicht, dass einfach nicht alle das Abitur wie in Bayern machen können. Stattdessen gibt es dann Leute aus Bremen die wo wirklich in Bayern nicht einmal ein Abitur hätten und dann unserem Kevin den Studienplatz in Berlin wegnehmen."

Wenn es nicht klappen sollte, dann will Kevin erst einmal ein Auslandsjahr in Australien verbringen. Dieses Land habe ihn schon immer gereizt, so der 19-jährige. "Das ist ja wirklich eine völlig andere Kultur wie bei uns" erzählt er begeistert. Falls Leute in Sydney sein Talent als Grafikdesigner und Mediengestalter erkennen, würde er "auch erstmal dort unten arbeiten." Gute Aussichten.

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