The Upper-Palatinate-Hole

Das Smartphone gehört mittlerweile zum besten und treuesten Begleiter der Deutschen. In der Oberpfalz haben es aber Hersteller der kleinen Technikwunder extrem schwer. Die Umsätze sind teilweise um bis zu 70% geringer als im Rest Deutschlands. Selbst in den strukturschwächsten Gegenden der Bundesrepublik (Zone) besitzen die Befragten einer repräsentativen Studie 50% mehr Smartphones als in der Oberpfalz. Woher kommt dieses, von Experten der Mobilfunkindustrie bereits als "Upper-Palatinate-Hole" betitelte und regional doch sehr gut abgrenzbare Umsatzloch? Der Oberpfalz Anzeiger auf Spurensuche.

Valtentin Sackl, Schweinezüchter und Biogasanlagenbetreiber, 55 Jahre alt, Tech-Savvy aus Neukirchen bei Su.-Ro., zeigt uns seine Werkstatt. Man merkt dem Familienvater an, dass er technikbegeistert ist: Sein Maschinenpark würde für die meisten Tischler- und Elektroinstallateursbetriebe vollkommen ausreichend sein. Doch beim Handwerken hört seine Leidenschaft für elektrisch betriebene Gimmicks nicht auf. Auch im Haushalt und im Wohnzimmer verlässt sich Sackl auf die Technik. Morgens wird die Kaffeemaschine per Fernsteuerung neben dem Bett zum Leben erweckt, seine Jalousien steuert er bequem per Knopfdruck aus dem Auto und auf dem Rasen im Garten dreht ein Mähroboter einsam seine Kreise.

Auf einmal ertönt ein altbekannter Ton aus Sackls Hose. Es ist die monophone Variante von Beethovens Klavierklassiker "Für Elise". Sackl greift in seine Tasche und zieht ein Nokia 3310 heraus. Verdutzt schauen wir drein. Ein Early-Adpoter wie der 55-jährige, der, wenn es denn gehen würde, am liebsten auch noch seine Klobürste per Joystick steuern würde, besitzt ein Mobiltelefon mit Tasten für die Zahlen? Ernsthaft?

Woher denn auf einmal die Leidenschaft für den Purismus und die Analogität komme, fragen wir nach. Sackl schnauft kurz und beginnt dann: "So a Dreckssmattphoun schaff i mir nimma o. Des daugt koan schuss Bulva. I ho scho a amal so a Drumm ghabt, so is ja niad. Glei ways assakumma is, so 2007 umanand, howe ma oans kafft." Stundenlang hätte er vor dem Geschäft eines bekannten Herstellers in München zugebracht um sich eines der ersten Exemplare zu sichern. "I als oida Technikfanatika brauch natürlich imma des neiste Zeich. Und dann binne am erstn Dooch glei ins Holz damid, weile wissn wollt, ob des Drum a unter Extrembedingungen funktioniert."

Auf unsere Frage, ob denn der Staub das Problem gewesen sei, er mit der Bildqualität der Kamera nicht zufrieden war oder ob gleich das Display beim ersten Einsatz brach, schenkt uns Sackl nur ein müdes Lächeln. "Grampf, vüll essentieller." führt er weiter aus. Beim Fällen eines Käferbaumes im Niederloher Forst sei es zu einem normalen Unfall gekommen, sein Mitarbeiter, Fruth Oskar wurde am Bein verletzt. "Da Ossi hod baygt way a Sau, und bloudt, Wahnsinn. Howe gsagt <Ossi, mach da koan Stress, i ho mei Smattphone dabei, i rouf n Nodarzt o, der is in 5 Minuttn dou>. Nou howe mei Smattphone assa dou und hob oroufa wölln. Bloß 112, gell, also nix dramatischs."
Der Landwirt wird ernster. Sein Blick schweift in die Ferne. "I wollt wähln, owa i ho niad kinna. I ho niad kinna. Da Ossi hod bleert, owa i ho niad wähln kinna, es Smattphone is niad ganga. A Netz howe ghabt, a guads, an Akku howe a ghabt! 98%! Owa i ho niad wähln kinna!" Valentin Sackl wischt sich eine Träne aus dem Gesicht. "Mei Hornhaud woa einfach z'dick. Da Taatschscreen is niad ganga." Oskar Fruth hat den Unfall nicht überlebt. Hätte einer der beiden ein - Zitat Sackl - "echtes Telefon" dabeigehabt, würde er heute mit großer Wahrscheinlichkeit noch leben.

Das Problem mit den Touchscreens kannten im Jahr 2007 viele Oberpfälzer. Ein paar hatten Glück, bei ihnen funktionierte der berührungsempfindliche Bildschirm wenigstens mit dem kleinen Finger. Die meisten konnten ihre neu erworbenen Mobiltelefone jedoch überhaupt nicht bedienen. Um die große Investition von meist über 400€ trotzdem nutzen zu können, behalfen sich damals viele mit einem Trick, der wiederum den hiesigen Metzgern einen gehörigen Umsatzzuwachs bescherte.
Frische Weißwürste wurden kurzerhand als Touchscreeneingabehilfen umfunktioniert. "A jeda wollt damals unsere Wiascht hom firs Smattphoun" erinnert sich der Hohenloher Metzgermeister Joseph Birzler. Seine Würste seien als Fingerersatz dabei besonders beliebt gewesen. Das besonders magere Brät hinterließ auf den Touchscreen wenig Schlieren und die Fleischwaren hielten sich zudem wochenlang.

"Dass der Oberpfälzer an sich ja gerne zu rudimentären, trivialsten Lösungen greift ist längst bekannt. Aber in diesem Fall war auch eine Ethikgrenze überschritten.", erklärt uns Patrick Kindsager, Abteilungsleiter bei einem großen Elektronikhandel aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. "90% der Menschen hier besitzen eine Hornhaut, die viel zu dick ist, um einen modernen Touchscreen überhaupt bedienen zu können. Bis wir ihnen mit Eingabestiften weiterhelfen konnten, versorgten sich die Menschen eben selbst, und das teilweise auf kuriose Art und Weise."
Kindsager führt uns ins sein Büro und zeigt uns Fotos der absurdesten Eingabehilfen: Würste aller Art, angefangen beim Bierschinkenröllchen bis zur Wiener, Regenwürmer, Schweinsdärme, welche über die Finger gewickelt wurden. "Der Mensch kann in der Not sehr erfinderisch sein.", versichert Kindsager und zeigt uns sein Lieblingsexemplar: Eine abgeschnittene Schafsnase, welche auf dem Finger eines Arbeitshandschus montiert ist.


Valentin Sackl ärgert sich heute noch, damals beim Unfall keine gescheite Brotzeit dabeigehabt zu haben. "Mir homma bloß a Hartwurscht ghabt und mit dera hayds eh niad funktioniert...", trauert der 55-jährige. Eines hätte er jedoch aus der ganzen Misere gelernt: "Wer a Smattphoun ohne Hilfsmittl bediena koh, hod nu nie in seim Lebn wos g'orwat."


Ein Bericht von Jerome Leutmooser.


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Brauwissenschaftler entschlüsseln Kopfweh-Formel

Aufatmen an den Stammtischen im Regierungsbezirk. Wissenschaftler des Bleißkirchener Forschungsinstituts für Brau- und Brennkunst haben die Formel für Kopfweh-Biere entschlüsselt. Einbußen befürchten nun vor allem die großen Arzneimittelhersteller.

Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler
Da war das Studium also doch endlich mal für irgendwas gut: mit Gerstensaft zum Wunderheiler

Die jahrelange Arbeit hat sich ausgezahlt. Ein Forschungsteam des Instituts für Brau- und Brennkunst in Bleißkirchen hat endlich eine Antwort auf die Frage „Was macht ein Kopfweh-Bier aus?“ gefunden. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn laut Forschungsleiter Dr. Karl-Heinz Krug weisen die betroffenen Produkte allesamt eine bestimmte Zusammensetzung von sogenannten Dimpflstoffen auf. Diesen wird nachgesagt, dass sie beim Menschen nach dem Konsum stechende bis dröhnende Kopfschmerzen hervorrufen. Damit hat Krugs Team eine Lösung zur Heilung eines der größten Volksleiden gefunden. Über viele Jahre hinweg hatte die Forschergruppe zahlreiche Bierrezepte analysiert und führte in regelmäßigen Abständen komplizierte Selbstversuche durch. „Eine liebe Zeit, trotz der Vorkommnisse. Menschlich halt.“ So beschreibt Krug die Teamchemie während der Studie mit einem Grinsen im Gesicht.

Jedoch stehen die Ergebnisse der Bleißkirchener unter strengster Geheimhaltung. Auf Anweisung der Regierung Bayerns sollen nun die betroffenen Biere verschiedener Brauereien in ihrer Rezeptur überarbeitet und damit kopfwehfrei gemacht werden. Dies geschieht allerdings nur auf dem Gebiet des Freistaates Bayern. Brauereien jenseits der bayerischen Landesgrenzen werden nicht von der Entdeckung Krugs profitieren können. Damit verschafft sich das Bayerische Bier auf dem nationalen und globalen Markt eine optimale Ausgangslage.

In erster Linie sind es die Stammtische und ihre Wirtshäuser, die jetzt aufatmen. Betroffene Lokalitäten, die jahrelang von Dimpflstoffen verunreinigtes Bier bezogen haben, können ihren Kunden nun wieder frische, schmerzfreie Biere ins Glas zapfen. Der regelmäßige Wirtshausgänger Erwin Zangerl erinnert sich noch gut:„Mei wos hom mir dou miedgmocht. Alle Woch hob i an drum Schädl aaf ghabt, wenn i vom Wirtshaus asse bin. Obwohl i nia vui drunga hob. Drei, vier Hoibe vielleicht a mal, aber nia mehr wey acht und dann seychtane Kopfscherzn. Aber etz gayts wieder auf, des derfts ma glam!“ Und das glauben vor allem die Wirte. Denn deren Bilanz dürfte sich jetzt schlagartig verbessern.

Auf der anderen Seite stehen die großen Hersteller von Arzneimitteln. Ihre Befürchtung ist, dass vor allem der Verkauf von Kopfschmerzmedikamenten jetzt einbrechen wird. Aber die Marketingabteilungen dieser Global Player haben bereits ein Ass im Ärmel: „Reparierbier“. Dieses Produkt soll sich vor allem die heilende Wirkung von Bier zu Nutzen machen und die Verluste des Verkaufs von Kopfschmerzmitteln kompensieren. Durch „Reparierbier“ sollen Krankheitsbilder wie Stress, Trübsal oder Schlafstörungen auf natürlicher Basis geheilt werden. Ein unbedenkliches Naturmittel also. Schlussendlich wird in der Oberpfalz mit Sicherheit jeder von den Ergebnissen dieser bahnbrechenden Forschung profitieren. Der Oberpfalz Anzeiger wünscht dazu ein Prosit der Gemütlichkeit!

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Weil der Mensch ein Mensch ist

Ohne Arbeit ist der Mensch ein niemand. Damit aus dem niemand ein jemand wird, empfiehlt das Hohenloher Jobcenter fürderhin den Gang zu einer Randpartei. „Die Opposition ist tot, es lebe die Randpartei“, steht auf den neugedruckten Prospekten der Agentur für Arbeit. Nächste Woche sollen sie an den Mann gebracht werden. Der Oberpfalz-Anzeiger wollte diesen Husarenritt vorab näher beleuchten und traf sich deswegen mit dem Geschäftsführer des Hohenloher Jobcenters, Griebinger Xaver, im Foyer des Golfclubs Bavaria Weiß-Blau. Ein Kamingespräch.

Griebingers Vision 2020: Die ideale pluralistische und demokratische Gesellschaft
Griebingers Vision 2020: Die ideale pluralistische und demokratische Gesellschaft

Die ostbayerische Peripherie fristet ein stiefmütterliches Dasein ab. Doch die neueste Arbeitsmarktkampagne versucht Hohenlohe aus diesem Dornröschenschlaf wachzuküssen. „I sig mi in da Pflaychd de Bediaftign  z’fördern und z’foadern.“, sprudelt es aus Griebinger heraus. Dieses Mammutprojekt möchte er Hand in Hand mit den Randparteien angehen. Die „Randpartei“ ist in der Fibel des bayerischen Ministeriums für Verbraucherschutz als derjenige Bestandteil der demokratischen Grundordnung beschrieben, der kein „C“ im Parteikürzel trägt. Es fällt einem nun wie Schuppen von den Augen. Dieser Gesprächspartner hat es sich auf die Fahne geschrieben, einen völlig neuen und auch kompromisslosen Weg einzuschlagen. „I bin niad blauäugig.“, setzt Griebinger seine Gedanken fort. Diese beruhen auf einer jahrelangen Beobachtung des kommunalpolitischen Lebens in Hohenlohe. Als Geschäftsführer eines Jobcenters ist er ein Mann der klaren Worte. Die konjunkturelle Antriebsfeder der Randparteien muss nur richtig justiert werden. Griebinger fühlt sich verpflichtet der hohen Fluktuation den Kampf anzusagen „Day karnickln voa si hi owa han z' blayd zum nistn. Und dou setzn mia o.“, veranschaulicht der Jobcenterchef seine Ausführungen. Dabei stellt er der Führungsetage der einzelnen Randparteien ein schlechtes Zeugnis aus. Viele Emporkömmlinge haben nur noch den persönlichen Erfolg im Auge und verschwinden bei dem geringsten politischen Gegenwind bereits wieder in der Versenkung. „Oan richtign Watschenmann, der dou an da Front stayd“, schreitet Griebinger voran „gibt‘s goanimma.“ Aus kommunalpolitischer Sicht ist die Randpartei der kranke Mann Bayerns.

Der "Hohenlohener Weg" - ein Erfolgsmodell?
Der "Hohenlohener Weg" - ein Erfolgsmodell?

Alle Randparteien produzieren zu jeder Kommunalwahl Heerscharen an Stadt- und Kreisratskandidaten, die diesen Titel dann stolz im Briefkopf führen. In der Randpartei muss der politische Quereinsteiger nur ein paar Wochen auf einen einstelligen Listenplatz warten. Bei der CSU bedarf es dafür mindestens drei Wallfahrten nach Wildbad Kreuth und eine zur „Schwarzen Madonna“ nach Altötting. Es fehlt mithin an den identitätsstiftenden Maßnahmen in der Randpartei. Dieses Traditionsvakuum gilt es nun mit Leben zu füllen. Xaver Griebinger sieht es als seine Aufgabe an, dem Patienten unter die Arme zu greifen.

Das Feuer im Kamin fängt verheißungsvoll an zu knistern, während Griebinger seinen Schlachtplan ausbreitet: „Mia han scho awl in da Übazahl. Des kratzad uns gouaniad, wenn mia Leid aas da zwoatn Reih fia d‘Randpartein freigebn, um day z' untastitzn, dass day aa da Mehrheit okean.“ Nach Ansicht Griebingers ist Hohenlohe eine Gemeinde, in der jeder das Recht hat auch die Meinung der Mehrheit zu vertreten. Ein ungeschriebener Grundsatz in der Bayerischen Verfassung besagt, dass eine Hand die andere wäscht. „Da wampade Saumogenfressa hod‘s uns doch voagmacht. Z’Erscht hoda eane blayade Landschaftn vasprocha. Und danou hoda dene aas da ehemalign Dädärä unsane Deppn umme gschickt.“, schallt es aus Griebinger heraus. Er macht nun einen sehr zufriedenen Eindruck.

Es gilt die Zahlen für das kommende Quartal abzuwarten, um erste Erfolgsprognosen abzugeben. Sollte diese Hohenloher Marschroute in Zukunft süße Früchte tragen, plant Griebinger bereits sein nächstes Projekt. Dabei würde er die „Streithanseln“ der bayerischen Gewerkschaften durch kompetente Leute aus der Hohenloher Feuerwehr ersetzen.
Hohenlohe kann sich glücklich schätzen einen Griebinger Xaver in seinen Reihen zu haben.

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Angst vor Anschlägen: Zweiter POGIDA Marsch in Hohenlohe abgesagt

In ganz Deutschland dominierte am vergangenen Montag die Angst vor dem Terror. Aus Furcht vor islamistisch motivierten Attentaten sahen sich letztlich auch die Patriotischen Oberpfälzer Gegen die Islamisierung des Abendlandes (POGIDA) gezwungen, ihren zweiten Abendspaziergang in Hohenlohe am Montagabend kurzfristig abzusagen.   

Daheim ist's doch am schönsten: Im Angesicht des Terrors zogen sich die Anhänger der POGIDA ins Gasthaus Ziegler zurück.
Daheim ist's doch am schönsten: Im Angesicht des Terrors zogen sich die Anhänger der POGIDA ins Gasthaus Ziegler zurück.

Man wolle die ohnehin schon genug besorgten Bürger unter keinen Umständen einer solchen Gefahr aussetzen, berichtet uns Mitinitiator Anton Ziegler mit ernster Miene und ergänzt: „assadem woas in da Stubn grod so gmaytlich.“
Dort, wo der Wirt letzte Woche noch die hungrigen Spaziergänger nach dem kräftezehrenden Marsch mit gratis Bratwürsten verpflegte, verschanzte man sich also schon am frühen Abend und erörterte unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen die weitere Vorgehensweise. Die Tür zum Bräustüberl wurde von innen verschlossen - hinein gelangte man nur durch ein intern vereinbartes Klopfzeichen.

 

Gemeinderat Heribert Leingschwendtner (CSU) bestätigte nach Verlassen des abgeschirmten Gasthauses, dass man sich in einer extra anberaumten außerordentlichen Sondersitzung am Nachmittag im Rathaus bewusst gegen den Weg der Stadt Dresden entschieden hatte und das Versammlungsrecht keineswegs einschränken wollte: „In der Zone kann man solche Spirenzchen vielleicht einfach so machen, aber bei uns im Freistaat fangen wir mit sowas gar nicht erst an!“ erklärt uns Leingschwendtner und besinnt sich auf traditionelle Werte: „Wo kommen wir denn hin, wenn man in Bayern nicht mehr gegen die Ausländer und des ganze Gschwerl hetzen darf, wann und wo man möchte?“ sagt er mit zitternder Stimme und klammert sich an seinen Rosenkranz.

Die Entscheidung gegen einen erneuten Marsch lag also einzig und allein beim Organisationsteam – und Anton Ziegler fühlte sich am späten Abend in dieser seiner Entscheidung bestärkt: „No frale! Sehts ja, dass koam was bassiert is heind. Guad, da Saller Rudi hod scho an gscheidn Rausch beianand, owa des ghert dazou in da Politik! Mir lassn uns vo dene Krawallbrayda niad untagrayng“ lallt er stolz und verbucht den gelungenen Abend erneut als „Sieg gegen den Terror“.

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Kristall statt Crystal

Die Szenedroge Crystal Meth erfreut sich auch in unserer Region erschreckender Beliebtheit und schickt unseren Nachwuchs dabei zusehends vor die Hunde. Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres hat sich die Schlossbrauerei Groum den guten Vorsatz genommen, diesem Verfall der Oberpfälzer Jugend  nicht länger tatenlos zuzusehen.

Man frisst ja auch nicht, wo man scheißt: führende Methproduzenten greifen lieber zum Feierabendbier
Man frisst ja auch nicht, wo man scheißt: führende Methproduzenten greifen lieber zum Feierabendbier

Dem Groumer Brauereichef Ludwig Saudinger bereitet die Thematik schon seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen. Er sieht die Freizeitgestaltung der jungen Generation kritisch und vermisst traditionelle Werte: „I hob ja die Leid gseng. Laffa umanand way die letztn Gratler, redn an gscheidn Scheißdreeg und mocha Radau. Wo bleibt na dou die Gmiatlichkeit?“ Seine Brauereistubn – einst ein Ort behaglicher Geselligkeit – bleibt heute immer öfter leer.

Vor allem aus der ehemaligen Tschechei gelangt das Gift in Form von weißem Pulver zu uns. Es ist extrem billig, die Rauschwirkung ist heftig, hält lange an und es macht fast so schnell abhängig wie Kokain. Vor allem die schnelle Anbindung durch die A6 spielt den - wahrscheinlich nicht durch den TÜV abgenommenen - Drogenlaboren (Meth-Küchen) im Nachbarland in die Karten. Saudinger warnt vor den Folgen, die eine weitere Flut dieser Droge für unser Heimatland haben könnte.

Der Rausch an sich ist ihm zu Folge zwar etwas Urbayerisches, allerdings werden zur Zeit einfach die falschen Mittel gewählt.

Um die Rückbesinnung auf das bayerische Brauchtum zu fördern, hat er nun die Kampagne „Bayerische Brauer gegen Crystal Meth“ ins Leben gerufen. Mit markigen Slogans wie „Kristall statt Crystal“ oder „Met statt Meth“ möchte er den Heranwachsenden Alternativen bieten, wie etwa das beliebte klare Weißbier oder den über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannten Groumer Honigwein. Saudinger möchte die Betroffenen quasi im Rausch abholen und ihnen andere Möglichkeiten aufzeigen. Bier habe man in Bayern schon immer getrunken, es sei ein bewährtes Rauschmittel. Den pädagogischen Zeigefinger zu erheben sei seine Sache daher nicht: „Die junga Leyd solla ruhich no a Gaudi hom derfa.“ Ein weiterer Pluspunkt unseres Gerstensafts: Er schmecke einfach besser. Nach Aussagen einschlägiger Individuen erinnere der Geschmack von Crystal Meth, so Saudinger, doch stark an Katzenurin.


Dem Braumeister gehe es im Grunde genommen schon in erster Linie um die gute Sache. Wirtschaftliche Vorteile seien aber natürlich ein willkommener Nebeneffekt. Allein etwa 10% des Umsatzes gehen den Oberpfälzer Brauereien jedes Jahr durch die Lappen, weil jugendliche Einstiegskonsumenten lieber dem Crystal Meth frönen. Statt zu einem der mannigfaltigen und geschmacklich komplexen Oberpfälzer Biere zu greifen, welche streng nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut werden, bevorzugen sie ein Produkt, das oft unter hygienisch äußerst fragwürdigen Bedingungen hergestellt wurde. Für Saudinger unverständlich: „Ma mou doch dene Tschechenbeidl fir dene ihrn Dreeg niad a no as Göid in Oarsch eineblousn. Mia kennas selber a guad braucha. Da Freistaat gfreit si und unserne kloana Brauerein dads a helfa.“

Um den Start der Kampagne gebührend zu feiern findet am Wochenende auf dem Schloßplatz ein Festbieranstich statt. Als Schirmherr konnte man Landrat Dr. Eberhard Hustenkleiber (CSU) gewinnen.

 

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So geht man also heute auf die Straße

Unser Gerichtszeichner Bernhard Schrammlbauer hat auf der Basis von Augenzeugenberichten ein Phantombild des durchschnittlichen POGIDA-Anhängers erstellt - Abb. ähnlich, Döner optional
Unser Gerichtszeichner Bernhard Schrammlbauer hat auf der Basis von Augenzeugenberichten ein Phantombild des durchschnittlichen POGIDA-Anhängers erstellt - Abb. ähnlich, Döner optional
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Baugenehmigung erteilt: Kramersdorfer Moschee erhält neues Minarett

Lange haderte man im Gemeinderat mit dem Vorschlag, doch jetzt wurde grünes Licht gegeben. Die Moschee in Kramersdorf erhält ein Minarett. Die Ausschreibung zur Verwirklichung des ungewöhnlichen Projekts gewann das Architektenbüro Schmidtbauer&Schmidtbauer.

Die zündende Idee hatten sie allerdings in der Kantine: die Gebrüder Schmidtbauer bei der Arbeit
Die zündende Idee hatten sie allerdings in der Kantine: die Gebrüder Schmidtbauer bei der Arbeit

  „I woid einfach blous nu Ham“, war eine der ersten Stimmen nach der 14-stündigen Sitzung im Kramersdorfer Gemeinderat am vergangenen Dienstag. Die Sitzungsmitglieder haben damit eine monatelange Prozedur des Debattierens zu Ende gebracht. Die für Oberpfälzer Verhältnisse mit 20 Personen große muslimische Gemeinde in Kramersdorf wollte endlich ein Wahrzeichen ihrer Religion im Ort ihr Eigen nennen dürfen. Diesem Wunsch beugten sich nun Kreisheimatpfleger Stieglmayer Konrad (CSU) und Gemeinderatsvorsitzender sowie Vorstand im Kramersdorfer Kirwaverein Mutzbauer Stefan (CSU). Jedoch wurden im Zusammenhang mit dem Bau gewisse Auflagen in den Vertrag aufgenommen. 

Ein wichtiger Bestandteil war die im Vorfeld stattfindende Ausschreibung für das Design des Minaretts. Gewonnen haben am Ende die Gebrüder Schmidtbauer&Schmidtbauer, die ihren Entwurf am überzeugendsten präsentieren konnten. Neben der Moschee wird nun das Minarett in strahlendem Weiß mit einzelnen grünen Punkten und in einer leicht gebogenen Form entstehen. Dazu schließen Ober- und Unterseite untypischerweise rund ab, was insgesamt mit dem körnigen Hellbraun des Nebenhauses harmonieren wird. Den Bau selbst wird das Bauunternehmen Schwarzfischer aus Hohenlohe realisieren, das schon in der Vergangenheit Großprojekte dieser Art souverän umgesetzt hat. „Bists eich umschaugts, steyd de Weißwurscht“, kommentierte Unternehmensleiter Schwarzfischer Georg zuversichtlich. 

Kramersdorf quo vadis? Das fragen jetzt natürlich einige Bewohner des beschaulichen Ortes, die gar nicht wissen, was dieser Satz bedeutet. Den Stürmer des örtlichen Fußballvereins Türk Gücü Kramersdorf Mehmet Külakhu freuts. Er sieht in dem Bau den integrativen Schritt der Gemeinde, der schon lange fällig war. Tatsächlich ist ein derartiges Vorhaben wie in Kramersdorf in der Oberpfalz bislang nicht unternommen worden. „Dey meyn wecka“ oder „Assegschmissn kern sa se“ sind stattdessen Sprüche die gerne gegen solchen Ideen skandiert werden.

Im Grunde hat der Bauausschuss jedoch den Grundstein für Kramersdorf als integrative Mustergemeinde gelegt. Wirtschaftsexperten wie Prof. Dr. Dr. Stachelhuber Günther von der FH Bichsnbergl i.d.Opf. sehen sogar neue unternehmerische Perspektiven in dem Bau. So könnten sich in Kramersdorf bald neben neuen Schnellimbiss-Lokalitäten auch Geschäfte für Mobilfunkzubehör oder Händler im Second Hand Car Selling Business ansiedeln. Damit würde auch die Kaufkraft im eher verschlafenen Örtchen wieder angekurbelt werden. Es bleibt letzten Endes abzuwarten wie sich die Lage in Kramersdorf weiterentwickelt. Im Vordergrund steht zunächst der Bau des Minaretts, der oberste Priorität hat. Der Oberpfalz Anzeiger sagt: „Schau mer mal, dann seng ma scho!“

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Erster Marsch der POGIDA in Hohenlohe

Seit mittlerweile einigen Wochen ist der Montagabend in fester Hand der pflichtbewussten Deutschen. Um 18:30 Uhr, gleich nach „Die Geißens – eine schreckliche glamouröse Familie“, trifft sich der zu Recht besorgte Bildungsbürger mit seinen Kameraden zum Spaziergang durch unsere schönen mittelalterlichen Altstädte. 

Auf die Spaziergänger warteten gratis Bratwürste vom Gasthaus Ziegler
Auf die Spaziergänger warteten gratis Bratwürste vom Gasthaus Ziegler

Nach dem Vorbild der Pioniere von PEGIDA in Dresden und Filialspaziergängern in vielen anderen deutschen Städten, versammelten sich diesen Montag nun zum ersten mal die Patriotischen Oberpfälzer Gegen die Islamisierung Des Abendlandes (POGIDA) auf dem Marktplatz in Hohenlohe, um von dort aus in Richtung Kirchplatz zu marschieren.

Wir vom Oberpfalz Anzeiger waren dabei, um die allgemeine Stimmung einzufangen, aber auch einzelne Stimmen zu sammeln. Da man sich innerhalb der Bewegung mehr oder weniger einig ist, dass es sich bei den Deutschen um „EIN Volk“ handle, das zusammen ein „WIR“ sein sollte, haben wir uns bemüht, die O-Töne aus Rücksicht auf unsere überregionale Leserschaft in weiten Teilen ins Deutsche zu überführen.

Es folgen einige Wortbeiträge der Teilnehmer:

„Ich bin ja kein Rassist, aber das ist wirklich die erste gute Idee, die diese ostdeutschen Parasiten seit der Teilung hatten.“

 

„Ich möchte mein Bier einfach weiterhin gerne gemütlich im Wirtshaus trinken und nicht in irgendeiner Moschee!“

 

„Man sieht ja ganz deutlich, wie die die Klimaerwärmung hier in Deutschland vorantreiben. Wo bleibt denn der Winter dieses Jahr? Ich meine, natürlich, ihr Teint passt auch irgendwie nicht recht in so ein Schneeidyll. Aber Weihnachten unter Palmen – ohne mich!“

 

„Weil sie uns anständigen Oberpfälzern die Arbeitsplätze wegnehmen. Früher hätte ich selbstverständlich meinen Schwiegervater unbürokratisch als Chefarzt abgelöst. Heute wird mir der feine Prof. Muselmann vor die Nase gesetzt. Dabei hätten die den da unten sicher auch gut gebrauchen können!“

 

„Ich dachte ja lange, rechts von der CSU käme dann Tschechien, aber ich lasse mich heute gerne vom Gegenteil überzeugen.“

 

„Ich finde das wirklich gut, was Sie hier machen. Mit den gleichgeschalteten Staatsmedien würde ich nicht sprechen. Aber Sie sind regional und volksnah. Vielleicht merken Ihre Leser, dass wir keine rassistischen Spinner sind – sondern ganz normale Leute aus der Mitte der Gesellschaft, die einfach verhindern wollen, dass wir 2020 in einer terroristischen Diktatur aufwachen, nur noch Falafel essen dürfen und alle Schleier tragen müssen.“

 

„Abstinenzler waren mir im Grunde schon immer suspekt.“

 

Die Übersetzung einiger Zitate war aus verschiedenen Gründen nicht möglich oder nicht von besonderer Relevanz.  Um dem Vorwurf einer verzerrten Berichterstattung entgegen zu wirken, wollen wir sie allerdings nicht unter Verschluss halten:

 

 

„Bam Schoufkopf hot vo dene no nie oana wos grissn.“

 

„Oiso i woas eigentlich goaniad wos etz des is. I gay hald mid, weils hernach im Gasthaus Ziegler nou Broudwiascht gibt.“

 

„Fahle Hund!“

 

„I schmier meim Wei oane af, wenns ma gfoid. Da brach i koan Koran dazou!“


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Trifft Blasius die Abrissbirne?

Die Entscheidung über das Schicksal der St. Blasius Kapelle in Unterlieberheim rückt in greifbare Nähe. Am Freitag wird sich der Stadtrat ein letztes Mal mit der Thematik auseinandersetzen und den Kasus schließlich zur Abstimmung bringen.

Ein Bild aus besseren Tagen: die Kapelle St. Blasius in Unterlieberheim
Ein Bild aus besseren Tagen: die Kapelle St. Blasius in Unterlieberheim

Der parteilose Oppositionelle Erwin Sugelgruber sieht sich gegen die neunköpfige CSU-Fraktion zwar in der personellen Unterzahl, möchte der Beseitigung dieses Unterlieberheimer Wahrzeichens aber nicht tatenlos zusehen. Um die Massen zu moblisieren, gründete er daher Anfang des Jahres die Initiative „Bürger für Blasi“ unter deren Flagge sich bereits vier Mitstreiter (Stand bei Redaktionsschluss) organisierten.

Der „Blasi“, wie er von den Einheimischen liebevoll genannt wird, thront auf einer Anhöhe über dem Dorf - direkt an der Abzweigung zur B76. Nach Angaben von Sugelgruber war er „stets ein beliebtes Ziel für Ortsansässige, Pilger aus Oberlieberheim und Radler auf der Durchreise“.

Nachdem Mitte 2010 die Großraumdisco „Room 76“direkt an der Bundesstraße eröffnete, wurde die Kapelle allerdings zunehmend Opfer von Vandalismus.
Im März 2011 beschloss der Pfarrgemeinderat die Tore auf unbestimmte Zeit zu schließen, da unter diesen Umständen „andächtige Momente unwahrscheinlich wären“. Aus Schutz vor weiteren Attacken wurden alle Öffnungen mit Hilfe von Holzbalken und Metallgitter verbarrikadiert. Diese Maßnahme zeigte  sofort Wirkung – seither beschränken sich die Angriffe lediglich auf die Fassade des Gebetshauses. Das Schild mit der Aufschrift „defekt“ war laut Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Severin Forsthammer nicht Teil der Schutzmaßnahmen.

„Gott sieht alles“, sagt Sugelgruber trocken, wenn man ihn auf den Zustand der Kapelle anspricht und zitiert aus der Offenbarung des Johannes: „Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen.“


Eine Renovierung hält Werner Gaglreuther (CSU), Baubeauftragter der Gemeinde, hingegen für unrentabel. Man wolle außerdem nicht, dass das Gotteshaus „endgültig zum Scheißheisl“ verkomme.
In ein ähnliches Horn stößt Silvio von Plötzlberg. Der Betreiber des Room 76 vermutet, dass „der Blasi (nach einer erneuten Öffnung, Anm. d. Red.) sicherlich nach spätestens einer Woche wieder bis unters Kruzefix vollgeschissen“ wäre. Im Falle einer Entscheidung gegen den Erhalt der Kapelle plant der Sohn des ehemaligen Landrats Hans-Peter von Plötzlberg (CSU) seinen Besucherparkplatz auf dem frei werdenden Gelände zu erweitern.



Bild: http://www.200pg.serkenrode.de/html/geschichte_kapellen.htm

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Letzter Ureinwohner im Oberpfälzer Wald entdeckt

Waldarbeiter stießen in den vergangenen Tagen bei der Erschließung neuen waldwirtschaftlichen Geländes auf den wohl letzten Bayerischen Ureinwohner. Nachforschungen zeigten, dass es sich um einen vor 50 Jahren verschollenen Mann aus dem Kreis Amberg-Sulzbach handelte. Der Mann kehrte damals nicht von seinem Stammtischabend nach Hause zurück.

Teilnehmerfoto vor dem Wettkampf, unten links Freimlhuber Josef.
Teilnehmerfoto vor dem Wettkampf, unten links Freimlhuber Josef.

Ein ganz normaler Tag im Oberpfälzer Wald endete für eine Hand voll Waldarbeiter vor drei Tagen mit einer Sensation. Im Zuge der Vorarbeiten für die Bewirtschaftung von neuem forstwirtschaftlichem Grund, begegneten die Männer mitten im Wald einer unbekannten Person. Sein zerlumptes Aussehen und der übergroße Bartwuchs veranlassten sie umgehend die Polizei zu verständigen. Die beiden Beamten Meier und Kirschbauer von der Polizeidirektion Tieföd nahmen den verwirrten, aber körperlich fitten Greis zunächst in Gewahrsam. Der Mann klagte allerdings über Kopfschmerzen und leichte Übelkeit und wurde deshalb in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Die nach seiner Genesung durchgeführte Befragung der Polizei, sollte schließlich die Identität des Mannes klären.

Wie sich herausstellte handelte es sich bei der aufgefundenen Person um den seit circa 50 Jahren vermissten Freimlhuber Josef. Der Fall wurde damit wieder neu aufgerollt. Der tot geglaubte Mann aus Hinterpfuidaife im Landkreis Schwandorf war damals im Alter von 28 Jahren nicht von seinem wöchentlichen Stammtischbesuch zurückgekehrt. Damals verlief jede Spur im Sande, denn keiner der Zeugen hatte den Gesuchten damals gesehen oder gehört. Das mit hochmodernen Methoden neu ausgewertete Untersuchungsmaterial samt Zeugenaussagen hat nun Licht in den bizarren Fall gebracht.

 

An dem schicksalhaften Abend vor 50 Jahren ging es im Wirtshaus zum Stolperbene sportlich-zünftig zu. Der Stammtisch des in Hinterpfuidaife ansässigen Schnupferclubs lud zur jährlichen Meisterschaft im „Einarmigen Reißen in der Halbliterklasse“. Das Finale, bestritten durch die Lokalmatadoren Freimlhuber Josef und Kupferdachl Alois, war an Spannung nicht zu toppen. Mit seiner 27. Halbe Bier konnte Freimlhuber jedoch das Duell für sich entscheiden und ließ seinen Gegner abblitzen. „Mei hod der einen Rausch ghabt, des komma se heizatags goarnierd vorstölln“, sollte ein Zeuge bei der späteren Untersuchung aussagen.
Durch den kräftezehrenden Wettstreit sah sich der Jungbauer nicht in der Lage zu laufen und fuhr richtigerweise mit seinem 500er Mercedes nach Hause. Auf der Fahrt beging er jedoch einen kapitalen Fehler, als er seine Abzweigung nach Blindteröd verpasste und stundenlang einen Feldweg entlangfuhr. Die widrigen Sichtverhältnisse ließen ihn schließlich mit einem Baum kollidieren. Orientierungslos und nach Wasser und Sauerbraten lechzend, irrte der Verunglückte tagelang durch das Dickicht des Waldes. Wochen und Monate vergingen, da er nicht zurückfand – auch seine Erinnerung war getrübt. Um dem gnadenlosen Überlebenskampf der Natur nicht zum Opfer zu fallen, musste sich Freimlhuber schließlich dort ansiedeln. Seine Urbayerischen Instinkte sollten ihm vor allem bei der Wolpertinger-Jagd behilflich sein. Es verging Jahr um Jahr, da er sich an das Leben im Oberpfälzer Wald anpasste und schließlich im Einklang mit der Natur zu leben begann. Die Tatsache, dass er jetzt nach so langer Zeit gefunden wurde, ist einzig der Neuerschließung des Forstgebiets und somit Landrat Allmeier (CSU) zu verdanken. Vermisst hatte er in dieser Zeit scheinbar nichts. „Dahoam hods mia sowieso nierd gschmeckt und assadem drahts mi heind no“, kommentierte der Titelgewinner von vor 50 Jahren. Nach diesem Sensationsfund rollt die Polizeidirektion Oberpfalz nun ähnliche Fälle wieder auf. Laut der Pressesprecherin Segerer Adelheid sind bis zum heutigen Tage noch rund 126 Stammtischbesucher spurlos verschwunden.

 

(Wer in der Lage ist, Hinweise zu verschwundenen Personen zu geben, kann diese an jedem Wochentag von 10:00 bis 10:30 bei der Polizeidirektion Tieföd, Geschäftsstelle Bummerlweg 18, tun.)

 

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