Quo vadis, SpVgg Hohenlohe?

Der kleine Verein zwischen Mendorferbuch und Taubenbach sorgt derzeit für Aufsehen. Nach einer erfolgreichen Hinrunde steht die Spielvereinigung Hohenlohe als Aufsteiger an der Tabellenspitze der A-Klasse Süd 4. Die Verantwortlichen haben alle Hände voll zu tun auf die Euphoriebremse zu treten.

Die Spielvereinigung Hohenlohe am Scheideweg.
Die Spielvereinigung Hohenlohe am Scheideweg.

„Eine solide Basis ist die beste Grundlage für ein starkes Fundament!“ -  mit diesen Worten schloss Ziegler Jürgen, seines Zeichens Vorstand der SpVgg Hohenlohe, die diesjährige Jahreshauptversammlung des kleinsten Fußballclubs des Landkreises. Eine Nachhaltige Entwicklung sei von Nöten, um das rapide Wachstum der letzten Jahre in eine stabile Phase überzuleiten. Alle Verantwortlichen müssten jetzt noch einmal gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Hohenloher Dampfer in sichere Fahrwasser zu geleiten.

Vier Jahre ist es mittlerweile her, da der unaufhaltsame Aufstieg des Vereins begann. Damals entschlossen sich Rudolf Pfitzner und Dieter Meilinger, CEOs der Unternehmensberatung Pfitzner & Meilinger International Consulting, in den kleinen Dorfverein zu investieren. „Die Bedingungen schienen einfach optimal zu sein.“, so Rudolf Pfitzner, gebürtiger Niederloher, gegenüber dem Oberpfalz Anzeiger. Er war es, der in diesem Club, welcher damals zu den Schießbuden der B-Klasse gehörte, das einzigartige Potential sah: Der große, neu erbaute Sportpark, ein neu entstehendes Siedlungsgebiet in Niederlohe mit vielen Familien, eine motivierte Vorstandschaft.

„Das Sponsoring vom Rudi und dem Didi war natürlich ein Glücksfall“ erklärt Jürgen Ziegler am Telefon. Ohne das Geld wäre es unter anderem nicht möglich gewesen, Rösch Karl vom Ligakonkurrenten TSV Groum loszueisen. Der mittlerweile verstobene Rösch war einer der „wichtigsten Spieler der letzten vier Jahre, seine Spielmacherqualitäten waren für sein Alter immer noch außergewöhnlich“, schwärmt Ziegler über den einstigen Kapitän. Der „Rösch Kare“ prägte die Spielphilosophie des Clubs in einer noch nie dagewesenen Art, erst durch ihn entstand das heute immer noch praktikzierte Hohenloher Tiki-Taka.

Um das Niveau weiterhin zu halten, wurde vor allem in die Jugendarbeit investiert. Eigengewächse wie die Brüder Preischl Kevin und Sascha sowie Zinther Chris und Schatz Julian sind mittlerweile regelmäßig Bestandteil der Startelf. Weitere Spieler von den derzeitigen A-Junioren brennen ebenfalls schon auf einen Einsatz bei den Herren.

Bei aller Euphorie muss man jedoch „immer mal wieder sagen, dass Nachhaltigkeit extrem wichtig für uns ist!“ führt Ziegler Jürgen weiter aus. Der Verein hat schon viele Höhen und Tiefen hinter sich. Die Historie zeige doch, so Ziegler, dass ein Investieren nur um des Investierens Willen, nicht vernünftig ist. Ziel der Vereinsführung ist es heute, den Club auf ein konstant hohes Niveau zu heben. Dabei helfe auch der moderne, im Jahre 2002 errichtete, Sportpark auf der Öd. Im Jahr 2016 soll zudem ein Kunstrasenplatz geschaffen werden. Zuspruch bekommt dieses Projekt vor allem durch den Bürgermeister Schwarzfischer (CSU), welcher den Sport in der Gemeinde Hohenlohe weiter fördern will.

Auch das Transferrad steht nicht still. Im Sommer soll eines der größten Fußballtalente des ganzen Landkreises zur Spielvereinigung wechseln. Die Verhandlungen mit dem Spieler laufen nun schon seit November, eine Einigung kam nun diese Woche in Sicht. Der Spieler und sein Berater unterzeichneten bei einem erneuten Sondierungsgespräch nun endlich einen Vorvertrag. Wer der große Unbekannte ist, wollte Ziegler Jürgen am Telefon noch nicht preisgeben. Nur so viel: „Möglicherweise kommt er aus dem Vilstal.“ Der Oberpfalz Anzeiger bleibt selbstverständlich am Ball.
Für das neue Jahr haben sich die Hohenlohener also einiges vorgenommen. Am 19. Januar startet die erste Mannschaft der SpVgg wieder mit dem Training. Bleiben alle Spieler halbwegs unverletzt, ruft jeder konstant 120% Leistung ab und vor allem trifft Topscorer Preischl Kevin wie in der Hinrunde, wird es für die Vorstandschaft schwierig über den Aufstieg nur noch hinter vorgehaltener Hand zu sprechen.

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